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	<title>Österreichischer Hausärzteverband</title>
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	<title>Österreichischer Hausärzteverband</title>
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		<title>28.07.2026: Scharfe Kritik an den Plänen der Regierung: „Hausarztpraxen als Auslaufmodell darzustellen ist abenteuerlich“</title>
		<link>https://hausaerzteverband.at/2026/07/presseartikel-28072026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lucca]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 11:40:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Jede Ärztin und jeder Arzt im Gesundheitssystem ist wichtig. Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind aber für Gesundheitsanliegen die erste ärztliche Anlaufstelle und lösen mehr als 75 Prozent der Fälle direkt vor Ort in unseren Ordinationen. Damit bieten wir eine wohnortnahe, patientenzentrierte und kostengünstige Medizin. Wir begleiten unsere Patienten von der Jugend bis ins hohe  [...]</p>
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<p><strong>Die Presse:</strong> Sie kritisieren die Pläne der Bundesregierung vehement. Die Stoßrichtung sei eindeutig: Staatlich geförderte Primärversorgungseinheiten (PVE) sollen ausgebaut werden, während Kassenordinationen ohne vergleichbare Unterstützung zunehmend ins Hintertreffen geraten würden. Wie kommen Sie zu diesem Schluss?</p>
<p><strong>Angelika Reitböck:</strong> Seit Jahren werden Fördergelder für die Primärversorgung exklusiv in sogenannte Primärversorgungseinheiten investiert. 2024 bis 2026 die 100 Millionen Euro vom Wiederaufbaufonds der EU, nun auch jährlich 300 Millionen Euro vom Bund. Ich zitiere dazu das Bundesministerium für Gesundheit: „Die Stärkung des niedergelassenen Bereichs ist in der aktuellen Gesundheitsreform eines der wichtigsten Vorhaben. Dafür werden von 2024 bis 2028 jährlich zusätzlich 300 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung gestellt.“ Exklusiv wieder für den raschen Auf- und Ausbau der Primärversorgung, insbesondere in Form von PVE plus Kinder-PVE. Sehr viele Kolleginnen und Kollegen haben sich nun beschwert, dass hier eklatante Ungleichheiten vorliegen. Die Benachteiligungen klassischer Kassenordinationen gegenüber subventionierten PVE sind ziemlich gleichmäßig über alle Bereiche wie Investitionen, Personal, Infrastruktur und Honorare verteilt. Mit diesen Nachteilen können die herkömmlichen Kassenordinationen nicht mithalten. Zudem fällt die hohe unternehmerische Verantwortung und Belastung, die wir in der klassischen Kassenordination haben, im PVE vollständig weg. Kommt es im PVE zu einer finanziellen Schieflage, springen die subventionierenden Institutionen ein. Zudem gehört erwähnt, dass die bislang existierenden 119 PVE nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerung medizinisch versorgen und es im Lichte dieser Situation höchst abenteuerlich erscheint, unser jahrzehntelang bewährtes Hausarztmodell als „Auslaufmodell“ darzustellen.</p>
<p><strong>Sie haben PVE auch schon als „Parallelmodell“ und eine „Wettbewerbsverzerrung“ bezeichnet. Dabei gelten PVE mit längeren Öffnungszeiten und breiterem Leistungsangebot durchaus als Zukunftsmodell, weil viele Einzelordinationen nicht besetzt oder nicht nachbesetzt werden können. Inwiefern besteht hier eine Konkurrenzsituation?</strong></p>
<p>In Regionen mit ausgeprägter medizinischer Unterversorgung stellen PVE-Lösungen keine Konkurrenz zur traditionellen Hausarztmedizin dar. Speziell in Ballungsräumen sind sie eine sinnvolle Ergänzung zu den Hausarztpraxen. Es darf allerdings ein bereits zu beobachtender Trend, offene Kassenstellen oder auch nachzubesetzende Kassenstellen, bei denen es auch schon Interessenten gibt, verpflichtend in ein PVE umzuwandeln, nicht fortgeführt werden. Wir sind auch keineswegs gegen Reformen des Gesundheitssystems. Es ist aber von elementarer Bedeutung, die wichtigste Säule der medizinischen Basisversorgung, nämlich wir Hausärztinnen und Hausärzte, auf Augenhöhe eingebunden werden.</p>
<p><strong>Die Primärversorgung umfasst auch Kinder- und Zahnärzte sowie Gynäkologen. Warum sind aus Ihrer Sicht ausgerechnet Hausärzte die wichtigste Säule der Basisversorgung?</strong></p>
<p>Jede Ärztin und jeder Arzt im Gesundheitssystem ist wichtig. Wir sind aber für Gesundheitsanliegen die erste ärztliche Anlaufstelle und lösen mehr als 75 Prozent der Fälle direkt vor Ort in unseren Ordinationen. Damit bieten wir eine wohnortnahe, patientenzentrierte und kostengünstige Medizin. Wir begleiten unsere Patienten von der Jugend bis ins hohe Alter. Wir kennen nicht nur die individuellen Krankengeschichten der Patienten und deren persönliche gesundheitlichen Bedürfnisse, sondern auch deren familiäres und soziales Umfeld. Damit bieten wir Hausärzte ein maßgeschneidertes Konzept, das durch keine andere alternative Organisationsform auch nur annähernd gleichwertig ersetzt werden könnte.</p>
<p><strong>Heißt das in erster Linie, dass auch Einzelordinationen ähnliche Förderungen erhalten sollten wie PVE, die im Übrigen auch vom Land gefördert werden?</strong></p>
<p>Es ist nicht nur ein Gebot der Fairness, auch die klassischen Kassenordinationen im gleichen Ausmaß wie die PVE zu fördern. Darüber hinaus würde das einen wesentlichen Anreiz zur Besetzung offener Kassenstellen darstellen.</p>
<p>„Um möglichst optimale Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung und den Ausbau einer modernen und effektiven Hausarzttätigkeit zu schaffen, braucht es eine Modernisierung des Kassenvertrags mit der Möglichkeit für Teilzeitkassenverträge.“</p>
<p><strong>Angelika Reitböck</strong><br />
<em>Hausärztin</em></p>
<p><strong>Was fordern Sie noch, um Kassenverträge attraktiver zu gestalten und mehr Medizinerinnen und Mediziner für das Betreiben einer Kassenordination zu begeistern?</strong></p>
<p>Um möglichst optimale Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung und den Ausbau einer modernen und effektiven Hausarzttätigkeit zu schaffen, braucht es eine Modernisierung des Kassenvertrags mit der Möglichkeit für Teilzeitkassenverträge, mit Regelungen für Karenzzeiten, fairen und höheren Kassenhonoraren ohne leistungsfeindliche Limitierungen, gleichen Investitionsförderungen wie für ein PVE und vor allem auch weniger Bürokratie in unseren Praxen. Ein Beispiel: Bei Ärztinnen ist es viel leichter, in einer Wahlarztpraxis in den Mutterschutz zu gehen. In einer Kassenpraxis muss in einer derartigen Situation oft die sehr schwierige Suche nach einer längeren Vertretung angetreten werden – verbunden mit vielen bürokratischen Umstellungen. Aus diesen und anderen Gründen entscheiden sich immer weniger Ärzte für einen Kassenvertrag und gehen lieber in die Wahlarztpraxis.</p>
<p><strong>Befürworten Sie eigentlich eine Überweisungspflicht für Fachärzte? Sollen also Patienten Fachärzte nur mit hausärztlicher Überweisung aufsuchen dürfen?</strong></p>
<p>Diese Frage kann erst dann seriös geklärt werden, wenn genaue Zahlen vorliegen, wie viele Patienten tatsächlich die Fachärzte ohne Überweisung aufsuchen. Dann kann auch eine eventuelle wirtschaftliche Ersparnis mit einer derartigen Maßnahme für das Gesundheitssystem richtig eingeschätzt werden. Und damit auch die Frage, ob sich der zusätzliche Aufwand in Abwägung zum Nutzen auch tatsächlich lohnt. Diese Zahlen liegen aber nicht vor.</p>
<p><strong>Zur Person</strong></p>
<p>Angelika Reitböck ist Hausärztin mit einer Kassenordination und Fachärztin für Dermatologie in Klaus/Steyrling in Oberösterreich, Präsidentin des Österreichischen Hausärzteverbands und Leiterin des Vorsorgereferats der Ärztekammer für Oberösterreich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.diepresse.com/39987212/hausarztpraxen-als-auslaufmodell-darzustellen-ist-abenteuerlich">https://www.diepresse.com/39987212/hausarztpraxen-als-auslaufmodell-darzustellen-ist-abenteuerlich</a></p>
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		<title>06.07.2026: Hausärztinnen und Hausärzte schlagen Alarm: Regierungsreform gefährdet die wohnortnahe Versorgung</title>
		<link>https://hausaerzteverband.at/2026/07/presseaussendung-06072026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lucca]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 11:36:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Österreichischer Hausärzteverband kann Reformpapier der Bundesregierung nicht nachvollziehen Wien (OTS) -  Der Österreichische Hausärzteverband (ÖHV) kann das am 1. Juli veröffentlichte Reformpapier der Bundesregierung nicht nachvollziehen. Aus Sicht der Hausärzteschaft setzt die Reform ein klares Signal: Staatlich geförderte Primärversorgungszentren (PVZs) sollen ausgebaut werden, während die bewährte Kassenpraxis ohne vergleichbare Unterstützung zunehmend ins Hintertreffen gerät.  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:14px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:calc( 1350px + 4rem );margin-left: calc(-4rem / 2 );margin-right: calc(-4rem / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-spacing-right-large:2rem;--awb-spacing-left-large:2rem;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2rem;--awb-spacing-left-medium:2rem;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:2rem;--awb-spacing-left-small:2rem;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-image-element " style="--awb-aspect-ratio:3 / 1;--awb-margin-bottom:50px;--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);"><span class=" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-2 hover-type-none has-aspect-ratio"><img decoding="async" width="1920" height="1280" title="pexels-shvets-production-8413183" src="https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183.jpg" class="img-responsive wp-image-847 img-with-aspect-ratio" data-parent-fit="cover" data-parent-container=".fusion-image-element" alt srcset="https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183-200x133.jpg 200w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183-400x267.jpg 400w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183-600x400.jpg 600w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183-800x533.jpg 800w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183-1200x800.jpg 1200w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-shvets-production-8413183.jpg 1920w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 1920px" /></span></div><div class="fusion-text fusion-text-2" style="--awb-margin-top:20px;"><p><strong>Österreichischer Hausärzteverband kann Reformpapier der Bundesregierung nicht nachvollziehen</strong></p>
<p><em>Wien (OTS) &#8211; </em></p>
<p>Der Österreichische Hausärzteverband (ÖHV) kann das am 1. Juli veröffentlichte Reformpapier der Bundesregierung nicht nachvollziehen. Aus Sicht der Hausärzteschaft setzt die Reform ein klares Signal: Staatlich geförderte Primärversorgungszentren (PVZs) sollen ausgebaut werden, während die bewährte Kassenpraxis ohne vergleichbare Unterstützung zunehmend ins Hintertreffen gerät.</p>
<p>„Nicht die wohnortnahe Hausarztpraxis wird gestärkt, sondern ein massiv subventioniertes Parallelmodell. Das ist eine klare Wettbewerbsverzerrung“, kritisiert die Präsidentin des ÖHV, MR Dr. Angelika Reitböck. „Klassische Kassenordinationen tragen ihr unternehmerisches Risiko selbst, PVZ werden mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert. Gleiche Leistungen – völlig unterschiedliche Rahmenbedingungen.“</p>
<p>Dabei sichern gerade die freiberuflichen Hausarztpraxen seit Jahrzehnten den Großteil der medizinischen Grundversorgung. Gleichzeitig steigen ihre Belastungen kontinuierlich: mehr Patientinnen und Patienten, zusätzliche Leistungen aus den Spitälern, zunehmende Bürokratie, unbesetzte Kassenstellen und Honorarlimitierungen.</p>
<p>Besonders unverständlich ist für den ÖHV, dass Millionenbeträge in den Ausbau von PVZ fließen, während bestehende Kassenordinationen keinerlei vergleichbare Investitionsförderung erhalten. „Mit einer normalen Kassenhonorierung wären viele PVZs wirtschaftlich gar nicht zu betreiben. Die klassische Hausarztpraxis muss dagegen ohne Subventionen auskommen“, so Reitböck.</p>
<p>Der ÖHV warnt davor, ein bewährtes Versorgungssystem schrittweise durch ein kostenintensives Fördermodell zu ersetzen. Mit der klassischen Hausarztpraxis würden langfristige Arzt-Patienten-Beziehungen, wohnortnahe Versorgung, freie Arztwahl und die freiberufliche Unabhängigkeit medizinischer Entscheidungen entscheidend geschwächt.</p>
<p>Auch aus Sicht der Versorgungssicherheit sieht der Verband Risiken: Fällt eine Einzelpraxis aus, können umliegende Ordinationen einspringen. Fällt hingegen ein großes PVZ aus, kann eine ganze Region gleichzeitig betroffen sein.</p>
<p>Der ÖHV fordert daher eine Modernisierung des Kassenvertrags, eine faire und inflationsangepasste Honorierung, den Abbau von Honorarlimitierungen und Bürokratie sowie Investitionsförderungen auch für bereits bestehende Hausarztpraxen.</p>
<p>„Wir sind nicht gegen Reformen. Aber Reformen dürfen nicht bedeuten, dass ein funktionierendes System durch ein staatlich subventioniertes Modell verdrängt wird. Moderne Kassenmedizin braucht faire Wettbewerbsbedingungen – keine politischen Gewinner und Verlierer“, betont MR Dr. Angelika Reitböck.</p>
<p><strong>Rückfragen &amp; Kontakt</strong></p>
<p>Österreichischer Hausärzteverband<br />
MR Dr. Angelika Reitböck<br />
Telefon: +436644088842<br />
E-Mail: <a href="mailto:reitboeck1@yahoo.com">reitboeck1@yahoo.com</a><br />
Website: <a href="https://hausaerzteverband.at/">https://hausaerzteverband.at/</a></p>
<p>OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS &#8211; WWW.OTS.AT | NEF</p>
<p><a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260706_OTS0015/hausaerztinnen-und-hausaerzte-schlagen-alarm-regierungsreform-gefaehrdet-die-wohnortnahe-versorgung">https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260706_OTS0015/hausaerztinnen-und-hausaerzte-schlagen-alarm-regierungsreform-gefaehrdet-die-wohnortnahe-versorgung</a></p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>22.12.2025: Angelika Reitböck: Leben und Leiden einer Landärztin</title>
		<link>https://hausaerzteverband.at/2025/12/presseartikel-22122025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lucca]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 11:41:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Sigrid Brandstätter, 22. Dezember 2025, 05:00 Uhr LINZ. Angelika Reitböck ist die Präsidentin der österreichischen Hausärzte – deren Zahl ist bei gleichzeitig steigender Bevölkerung im Sinken. Was den Hausarztberuf attraktiv macht, wo es aus ihrer Sicht Wettbewerbsverzerrungen gibt und warum es in bestimmten Gegenden so etwas wie eine Spirale nach unten gibt, wenn  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:14px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:calc( 1350px + 4rem );margin-left: calc(-4rem / 2 );margin-right: calc(-4rem / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-spacing-right-large:2rem;--awb-spacing-left-large:2rem;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2rem;--awb-spacing-left-medium:2rem;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:2rem;--awb-spacing-left-small:2rem;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-image-element " style="--awb-aspect-ratio:3 / 1;--awb-object-position:44% 59%;--awb-margin-bottom:50px;--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);"><span class=" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-3 hover-type-none has-aspect-ratio"><img decoding="async" width="1920" height="1280" title="pexels-mart-production-7088483" src="https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483.jpg" class="img-responsive wp-image-845 img-with-aspect-ratio" data-parent-fit="cover" data-parent-container=".fusion-image-element" alt srcset="https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483-200x133.jpg 200w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483-400x267.jpg 400w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483-600x400.jpg 600w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483-800x533.jpg 800w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483-1200x800.jpg 1200w, https://hausaerzteverband.at/wp-content/uploads/2026/08/pexels-mart-production-7088483.jpg 1920w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 1920px" /></span></div><div class="fusion-text fusion-text-3" style="--awb-margin-top:20px;"><p><em>Von Sigrid Brandstätter, 22. Dezember 2025, 05:00 Uhr</em></p>
<p><strong>LINZ.</strong> Angelika Reitböck ist die Präsidentin der österreichischen Hausärzte – deren Zahl ist bei gleichzeitig steigender Bevölkerung im Sinken.</p>
<p>Was den Hausarztberuf attraktiv macht, wo es aus ihrer Sicht Wettbewerbsverzerrungen gibt und warum es in bestimmten Gegenden so etwas wie eine Spirale nach unten gibt, wenn es darum geht, Kassenstellen zu besetzen. Darüber spricht die Präsidentin der Hausärzte, Angelika Reitböck, Landärztin in Klaus-Steyrling.</p>
<p><strong>Sie haben sich ursprünglich auf Dermatologie spezialisiert, jetzt sind Sie die Präsidentin der österreichischen Hausärzte. Was macht den Hausarztberuf für Sie attraktiv?</strong></p>
<p><strong>Angelika Reitböck:</strong> Er ist sehr abwechslungsreich. Es ist schön, den gesamten Menschen zu betreuen. Weil viele Fachgebiete bei einem zusammenfließen, lernt man selbst viel und ist immer up to date. Egal ob in der Orthopädie, der Neurologie oder Psychiatrie.</p>
<p><strong>Verstehen Sie dann, dass es immer weniger heißt, ein Hausarzt zu sein, ist wenig attraktiv?</strong></p>
<p>Ich verstehe es aus der Zeit, als ich studiert habe. Damals haben uns weder Professoren noch die Kollegen, die schon in den Spitälern waren, empfohlen, die Allgemeinmedizin anzustreben. Die Hausärzte galten auch als nicht so gut ausgebildet.</p>
<p><strong>Die Ärztekammer vermittelt, der Hausarzt und der damit verbundene Kassenvertrag müsste attraktiver werden. Muss man das wirklich und wenn ja, in welche Richtung?</strong></p>
<p>Es ist sehr viel passiert an den Universitäten. Es gibt ein klinisch-praktisches Jahr an der Medizinischen Fakultät in Linz vier Wochen bei einem praktischen Arzt. Dabei lernen die Studenten diese Arbeit kennen. Die Abwechslung und Vielfalt gefällt vielen. Ein Meilenstein war auch der Facharzt für Allgemeinmedizin. Wo es noch Nachbesserung braucht, ist bei der finanziellen Abgeltung. Fachärzte in den Krankenhäusern sind einfach besser gestellt.</p>
<p>Die Ärzteinkommen gehören zu den höchsten im Land. Das zeigen auch Auswertungen, die die ÖGK von IHS erstellen ließ. Dass es finanziell nicht attraktiv ist, ist doch eine Mär.</p>
<p>Ich kann sagen, jeder Cent für einen Arzt im Kassensystem ist hart verdient. Es gibt keinen Beruf, in dem es heißt, für das Erdgeschoß zahl ich den vollen Preis, aber den ersten Stock machen Sie mir gratis. Das gibt es nur im Kassensystem.</p>
<p>Aber ab einer bestimmten Anzahl an Patienten sind die Vollkosten in einer Ordination gedeckt.</p>
<p>Es gibt keinen Arzt, der viele Patienten durchschleusen will. Der eigene Verschleiß wird mehr, die Qualität wird schlechter, die Gefahr, dass Fehler passieren, steigt.</p>
<p><strong>Welche Auswirkung haben die unbesetzten Kassenarztstellen?</strong></p>
<p>Bei den Hausärzten fehlen seit Jahren 40 bis 50 Kassenstellen in Oberösterreich. Das führt zu Mehrarbeit, die wenigsten Patienten gehen zu Wahlärzten. Am Land sind diese für uns keine Entlastung. Die Arbeit übernehmen die Hausarzt-Kassenärzte – bei den angesprochenen Limits und Einschränkungen. Die jungen Kolleginnen und Kollegen schauen sich an, in welcher Region es viele offene Stellen gibt, weil sie sich dann ausrechnen können, welche Belastung auf sie zukommt. Und sie schauen sich genau an, welche Leistung sie herausbekommen.</p>
<p><strong>Wo sehen Sie das Problem?</strong></p>
<p>Es gibt mehr Einwohner, die Zahl der Hausärzte ist über viele Jahre gesunken. Im Schnitt hat jeder praktische Arzt in Oberösterreich im Jahr 1200 Patienten in einem Quartal. Die Schieflage wird immer größer.</p>
<p><strong>Was die Belastung angeht, da sollen Primärversorgungseinheiten (PVE) mit Ärzteteams und weiteren medizinischen Fächern doch Abhilfe schaffen.</strong></p>
<p>PVE versorgen derzeit maximal zehn Prozent der Bevölkerung. Sie sind eine wichtige Ergänzung, aber für Ballungsräume, nicht am Land. Am besten kann die wohnortnahe, patientenzentrierte Versorgung der Hausarzt erfüllen. Und es gibt viele Modelle, die es für Allgemeinmediziner möglich machen, als Hausarzt tätig zu sein – abseits einer Einzelpraxis. Dort ist gewährleistet, dass die Ärzte ihre Patienten kennen. Im PVE sind drei Ärzte oder mehr. Da ist eine persönliche Betreuung schwieriger zu gewährleisten. Wir normalen Kassenärzte haben auch nicht den großzügigen Zugang zu den erweiterten Angeboten, etwa bei Diätologen. Das ist eine Schieflage, die eine Wettbewerbsverzerrung ist.</p>
<p><strong>Können Sie das erläutern?</strong></p>
<p>Gerade das Übergewicht nimmt rasant zu. In einer Primärversorgungseinheit kann Diätberatung angeboten werden, die den Patienten nichts kostet. Überweise ich an eine Diätologin, muss der Patient für die gleiche Leistung bis zu 150 Euro bezahlen.</p>
<p><strong>Im Gesundheitsplan für Oberösterreich sind 50 weitere Hausarzt-Kassenarztstellen geplant. Werden diese besetzt werden können?</strong></p>
<p>Solange diese seit Jahren offenen Stellen nicht besetzt werden können, wird sich nichts ändern. Es ist wichtig, Kassenarztstellen zu attraktivieren. Es gibt zu viel Bürokratie, weil die digitalen Systeme etwa zur Befundübertragung nicht vereinheitlicht sind. Je weniger Bürokratie, desto attraktiver ist das Kassensystem. Hier gibt es viel Potenzial – auch kassenseitig und zur Vereinfachung.</p>
<p><strong>Ab 2026 kommt doch die einheitliche Diagnosecodierung, die wurde vor Weihnachten im Nationalrat beschlossen.</strong></p>
<p>Die hat mit unseren gebräuchlichen Diagnosen nichts zu tun. Das Gesundheitsministerium besteht auf diesem Code. Das ist ein Hindernis, weil es viele Unschärfen beinhaltet. Die Diagnostik und Therapie mit unseren eng definierten Diagnosen wird damit verwässert.</p>
<p><strong>Werden wir generell kränker?</strong></p>
<p>Die Bildschirmzeiten werden mehr, die Bewegung weniger. Die Prävention wird wichtiger. Wir leisten viel an Beratung, die aber nicht von den Kassen honoriert wird. Jeder andere Selbstständige würde sagen, da sperre ich zu. In Wien gibt es hingegen einen Zuschlag, wenn ein ausgelasteter Hausarzt zusätzliche Patienten versorgt. Diese Ungleichheiten im System gehören abgestellt. Was ich ablehne, ist ein pauschales Honorarsystem, das die ÖGK aber anstrebt. Das führt zu einer Verschlechterung der Qualität der Behandlung.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Wenn ich das gleiche Geld bekomme, egal ob ich noch Blut abnehme, ein EKG anhänge oder eben nicht, dann wird es zunehmend so sein, dass viele den leichteren Weg wählen. Das ist doch logisch. Und der Patient bekäme eine schlechtere Versorgung als jetzt.</p>
<p><strong>Zur Person</strong></p>
<p>Angelika Reitböck ist seit dem Jahr 2006 Allgemeinmedizinerin mit einem Kassenvertrag in Klaus-Steyrling. Seit 2019 ist sie Präsidentin des Vereins der Hausärzte in Österreich, einer Vereinigung von rund 400 Hausärzten in ganz Österreich.</p>
<p><a href="https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/angelika-reitboeck-leben-und-leiden-einer-landaerztin;art385,4120430">https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/angelika-reitboeck-leben-und-leiden-einer-landaerztin;art385,4120430</a></p>
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